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Prof. Dr. Franz Ruppert

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Viren sind lebendige Organismen, die zu ihrem Selbsterhalt und ihrer Vermehrung Wirtskörper benötigen. Sie nehmen sich, was sie bekommen können. Das bedeutet, jeder Organismus, der sich selbst vor ihnen nicht ausreichend schützen kann, wird allmählich von Viren aufgefressen und stirbt möglicherweise sogar daran.

 

Zuweilen kann es gelingen, eine Art Symbiose zwischen dem Virus und dem Wirtskörper zu etablieren, so dass die Viren nur zeitweise Zugriff auf den Wirtskörper haben, z.B. wenn dieser in seiner Immunabwehr geschwächt ist. Selbstschutzprogramme der Wirtskörper und Mutationen der Viren liefern sich einen beständigen Wettlauf. Wer hat für eine gewissen Zeit die Nase vorne?.

Der neue Corona-Virus, woher er nun immer kommt, scheint ein gefräßiger Virus zu sein. Er ist in der Lage, menschliche Organismen in Not bringen, weil es zu schweren Lungenentzündungen kommen kann. Der Coronavirus an sich ist jedoch nicht die Todesursache. Wenn jemand stirbt, liegt das vor allem seinem geschwächten Immunsystem. Paradoxerweise ist es sogar so, dass die Gefahr an einer Lungenentzündung zu sterben, in einem Krankenhaus höher ist als zuhause, weil es im Krankenhaus zusätzlich Keime gibt, die resistent gegen Antibiotika sind.

Viren sind alltäglich. Jedes Jahr gibt es sog. Grippewellen. Bei der Grippewelle 2019/20 in Deutschland gab es ca. 100.000 Influenzafälle, 161 Menschen mit positivem Influenzanachweis sind bislang verstorben. 85 Prozent von ihnen waren 60 Jahre oder älter.

Viren sind Nationalitäten und Staatsgrenzen egal. Sie wandern mit ihren menschlichen Wirtskörpern mit. In einer global vernetzten Welt sind sie schnell überall vorhanden. Daher können auch universelle Schutzmaßnahmen erforderlich sein, welche das übliche zwischenstaatliche Konkurrenzgebaren außen vor lassen müssen. Der spezielle Corona-Virus wird derzeit von Virologen als so gefährlich eingeschätzt, dass es besonders massive Schutzmaßnahmen braucht, um ihn an seiner ungehemmten Verbreitung zu behindern. So ganz einig sind sich die Experten aber nicht, was die Lebensbedrohlichkeit dieses CorV19 anbelangt. Manche sagen, es gäbe meist nur einfache Fieber- und Hustensymptome, die nach spätestens 10 Tagen wieder abgeklungen sind, andere sehen gleich die ganze Bevölkerung in Lebensgefahr. Entsprechend unterschiedlich fallen dann die Maßnahmen aus, die von politischer Seite in unterschiedlichen Ländern ergriffen werden. Sie reichen von normalen Hinweisen zum Einhalten von Hygienestandards bis zur Totalblockade des wirtschaftlichen, öffentlichen und privaten Lebens.

Was z.B. anfänglich in China geschah und nun auch in vielen anderen Ländern imitiert wird, hat mit einem sachgerechten Umgang mit dem Virus eher wenig zu tun. Da werden Menschen in überfüllte Krankenhäuser gebracht oder in Massenunterkünfte hineingezwungen, in denen die gegenseitige Ansteckungsgefahr sich noch zusätzlich erhöht und mangelnde hygienische Bedingungen die Gefahr weiterer Infektionskrankheiten heraufbeschwören. Die chinesische Staatsmacht, welche die Allzuständigkeit für sämtliche Belange ihrer Bevölkerung beansprucht, meint nun wiederum, mit Machtdemonstrationen und politischen Schaukämpfen ihre Führungsrolle behaupten zu müssen. Das alleine setzt schon wieder Zehn- und Hunderttausende im Land unter existentiellen Stress und macht sie krank. Solch geschwächte Menschen sind wiederum eine leichte Beute für Viren aller Art.

Statt den infizierten und bereits geschwächten Menschen mitfühlend Ruhe und saubere Luft für ihre Erholung zu bieten, werden sie unter Druck gesetzt. Es werden ihre Ängste noch mehr gesteigert, so dass ihr Immunsystem vermutlich weiter geschwächt wird. Das erzwungene Fiebermessen an der Stirn mit Geräten, die Pistolen nicht unähnlich sehen, trägt sicherlich auch nicht gerade zur Stressminderung bei. Wer in Quarantäne gezwungen wird, befindet sich fast schon in einer Traumasituation.

Ich vermute, dass nun bei vielen Menschen angesichts des Virus alte Kindheitstraumata aktiviert werden, die tief in ihrem Unbewussten schlummern. Das was damals das Trauma ausgelöst hatte, die Einsamkeit, die Kontaktlosigkeit wird nun als das Allheilmittel angepriesen: Soziale Isolierung, Quarantäne, Vermeidung aller direkten Sozialen Kontakte, kein Hautkontakt, keine Umarmungen ....

Daher geraten auch diejenigen, die noch nicht infiziert sind, immer mehr und öfter in Panik. Sie untergraben damit ihre eigenen Selbstheilungskräfte. Statt auf diese zu bauen, soll es die Staatsmacht richten und sollen einen die Experten sagen, was nun zu tun ist. Zu ihrer Angst gesellt sich dann noch ihre Wut und ihre Verwirrung, wenn sie sich "von oben" in Stich gelassen fühlen, was bekanntlich die Stressreaktionen im Körper weiter eskalieren lässt.

Dabei ist gar nicht klar, ob wir beim Kontakt mit anderen Menschen nur Bakterien und Viren weitergeben oder nicht  vielleicht sogar unsere Immunabwehr-Erfolge.

Der Kampf gegen Viren ist mit Staats-, Polizei- und administrativer Gewalt nicht zu gewinnen. Je mehr Kopfstress dadurch entsteht und Menschen sich weiter von ihren guten Gefühlen abspalten, umso schwächer werden die Selbstheilungskräfte der betroffenen Menschen. Plötzlich ist das Virus das personifizierte Böse, das immer und überall lauert. Aus Vorsicht wird Hysterie und Kontroll-Wahn. Und es entsteht die bekannte Täter-Opfer-Retter-Dynamik: das Virus ist der Täter, die Menschen das Opfer und die Politiker und Mediziner die Retter.

Das sind für mich bekannte Trauma-Überlebensstrategien in einer traumatisierten Gesellschaft: Das Trauma = die Ohnmacht darf an dieser Stelle nicht sein. Traumagefühle, die damit verbunden sind, wie Hilflosigkeit, Schmerz und Trauer werden abgewehrt. Dadurch wird das Trauma = der Tod von Menschen durch den Virus jedoch nicht verhindert, es werden zusätzlich neue Traumata ins Werk gesetzt, etwa die Daseinsängste von Millionen von Menschen, die nun um ihre berufliche Existenz bangen müssen.

Was wir in einer solchen Situation daher stattdessen bräuchten, ist eine liebevoll zugewandte Haltung uns selbst gegenüber, das Vertrauen in unsere Selbstheilungskräfte und ein empathisches Mitfühlen mit unseren erkrankten Mitmenschen. Menschen, die in diesem Zusammenhang sterben, müssen betrauert werden, in erster Linie von ihren Angehörigen.

In traumatisierten Gesellschaften aber kommen vor allem solche Menschen an die Macht, deren besondere Fähigkeit gerade darin liegt, ihre Gefühle möglichst abzuschalten und die Ängste von Menschen eher zu schüren, um sie sich zu nutze zu machen, um sich dann als Führer und Retter der Gesellschaft darzustellen. Für ihr politisches Überleben werden sie mitunter sehr radikal. Im Grunde aber bräuchten auch sie statt noch mehr Machtfülle und Kontrollbefügnisse den Blick auf sich selbst, Mitgefühl mit sich und ihren unverarbeiteten psychischen Wunden.

Zur Frage, wie Gesundheit, Identität und Trauma zusammenhängen, hier mein Vortrag Körperliche Geundheit, Identität und Psychotrauma.